Der Postversand der Zukunft

Wie der CityLogistik-Hub eine emissionsfreie Zustellung ermöglicht 



Donnerstag, 6:00 Uhr: Wir besuchen Martin Schneider, Distributionsleiter Zürich, im neuen Post CityLogistik-Hub am Bahnhof Zürich Enge. Von aussen wirkt der Hub wie eine ganz normale Garage, innen geht aber wortwörtlich die Post ab. Während ein Elektrolieferwagen gerade mit Paketen beladen wird, kommt ein elektrifizierter Dreiradroller bereits von seiner Route zurück und wird an seiner Ladestation angeschlossen. Der Hub agiert als lokaler Umschlagplatz, von dem aus die Brief- und Paket-Zusteller auf der «letzten Meile» 15'000 Zürcher Haushalte emissionsfrei beliefern. 

Die Post steckt sich immer wieder neue Ziele, um ihre Prozesse ökologischer und nachhaltiger zu gestalten. Ihr wichtigstes Ziel: Die Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen. Ein Grossteil dieser CO2-Emissionen entsteht beim Brief- und Paketversand. Aufgrund ihrer Grösse und Präsenz in der gesamten Schweiz hat die Post jedoch die Chance, hierbei massgebliche Veränderungen voranzutreiben. Ein gutes Beispiel dafür ist der neue CityLogistik-Hub am Bahnhof Enge in Zürich. Am 1. Oktober 2019 mit drei Elektrolieferwagen für den Paketversand gestartet, kam im Januar 2020 die Briefzustellung inklusive acht Elektrorollern dazu. Seitdem werden Briefen und Pakete von den Logistikzentren Oerlikon und Urdorf gebündelt zum CityLogistik Hub Enge transportiert und von dort leise und emissionsfrei an die Kunden zugestellt. 



Unter Strom

 

Mit zahlreichen Lademöglichkeiten und einer Schnelladestation ist die Elektro-Fahrzeugflotte immer bereit für den nächsten Einsatz. «Die Dreiradroller laden wir über eine einfache Haushaltssteckdose mit 220 Volt über Nacht», erklärt Martin Schneider. Dabei sei die Ladestation zeitgesteuert, um Lastspitzen zu vermeiden. Auch die Lieferwagen werden an ihrer Ladestation über Nacht aufgeladen. «Und wenn es mal ganz zügig gehen muss, gibt es noch unsere Schnellladestation». Diese mache jedes Fahrzeug innerhalb von ein bis zwei Stunden wieder fahrtüchtig. «Perfekt, wenn unsere Pöstler mehrere Touren fahren.» 



Kein Weg zu weit


Wie uns Martin Schneider erzählt, stand anfangs die Frage im Raum, ob die Reichweite der Elektro-Fahrzeuge überhaupt für die alltägliche Postzustellung in Frage kommt. «Das war tatsächlich eine unbegründete Angst. Denn in der Stadt sind unsere Pöstler pro Tag maximal 15-20 km unterwegs. Und unsere Fahrzeuge haben eine Reichweite von bis zu 150 km.» Schneider lacht. «Also, mehr als genug für unsere Bedürfnisse!» Und auch bei dem benötigten Strom achtet die Post auf die Herkunft: Sie beschafft für ihre Elektrofahrzeuge ausschliesslich «naturemade star»-zertifizierten Ökostrom aus der Schweiz, einen Teil davon produziert sie mittels Fotovoltaikanlagen sogar selbst.



Ein Konzept mit Zukunft

 

Der neue CityLogistik-Hub überzeugt in vielerlei Hinsicht: Einerseits sorgen der gebündelte Transport bis zum Hub und die kürzen Anfahrten innerhalb der Stadt für weniger Fahrkilometer, weniger Verkehr und einen niedrigeren Energieverbrauch. Andererseits verursacht der elektrische Antrieb der Cityhub-Fahrzeuge weniger Lärm, weniger Stickoxid und weniger Feinstaub. Und der allerwichtigste Aspekt: Dank der elektrischen Zustellung an rund 15'000 Haushalte werden bis zu 30 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.



«Das ist erst der Anfang.»

 

Zukünftig sollen auch in vielen weiteren Städten neue CityLogistik-Hubs entstehen und für eine klimaneutrale Zustellung sorgen. Bis 2030 soll sogar die gesamte Post Flotte auf elektrische Antriebe umgestellt sein. Aber auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Mitarbeitenden-Mobilität oder der Stromproduktion, steht die Post nicht still – im Gegenteil. Martin Schneider erklärt: «Das ist erst der Anfang, denn die Post hat sich für die Zukunft noch einiges vorgenommen. Es bleibt also spannend.»


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Mathias Bürgi über die erreichten CO2-Einsparungen und die nachhaltigen Lösungen der Post
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